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Kostüme nähen

Für Näh-Anfänger: Das erste Trainingskostüm 

Foto: blaues Übungskostüm, bestehend aus einem kurzärmeligen Oberteil, Hüftgürtel und Stulpen

Für so ein einfaches Trainingskostüm braucht man nur wenig Kenntnisse im Nähen. Und auch das Material macht noch nicht arm. Ihr benötigt:

- einen langärmeligen Samtpullover,
   idealerweise etwas größer, damit man ihn vorne raffen kann
- Paillettenband zum Aufnähen
- Applikationen zum Aufnähen

Und so geht es:

Die langen Ärmel werden abgeschnitten. Aus ihnen entstehen nachher die Stulpen. Der Pullover selbst wird so weit gekürzt, dass er den Bauch frei lässt, aber noch den Busen bedeckt, wenn man die Arme hoch nimmt (unbedingt vorher ausprobieren).

Je nach Pullover könnt ihr den Ausschnitt noch verändern, ich habe diesen etwas nach unten gezogen. Alle Schnittstellen mit Zickzack-Stich sichern, damit der Stoff nicht auffasern kann. Anschließend mit Geradstich einfach nach innen einmal umschlagen (säumen), damit man einen ordentlichen Abschluss bekommt.

Den unteren Pulloverbund so gestalten, dass ihr nach dem Umschlagen noch einen Gummi einziehen könnt. Macht es nicht zu eng, sonst entstehen hässliche Druckstellen auf der Haut.

Die abgeschnittenen Ärmel werden vorne etwas angeschrägt. Die Schnittstelle wieder wie oben beschrieben säumen. An die Spitze des entstandenen Dreiecks näht ihr dann noch eine Schlaufe für den Mittelfinger. Damit kann die Stulpe nicht verrutschen.

Nun solltet ihr noch etwas Stoff übrig haben. Aus diesem Rest entsteht der Gürtel. Den Pulloverring aufschneiden und alle Schnittstellen säumen. Nun reicht das natürlich nicht zum Binden, deswegen wird links und rechts ein vorzugsweise glänzender Stoff angesetzt. Dieser sollte nicht zu steif sein, denn er wird ja gebunden.

Damit ist das Rohgerüst fertig, und ihr könnt euch an das Verschönern machen. Hier lasst einfach die Phantasie spielen. Ideal ist Paillettenborte, die man vernähen kann (sie hat links und rechts neben der Paillette einen schmalen Stoffrand, auf diesem wird genäht).

Nun werdet ihr aber auch um Handarbeit nicht herum kommen. Also schmeißt euch einen Film in den DVD-Player (ich gucke beim Nähen immer Actionfilme, da muss man sich nicht so konzentrieren) und macht euch ans Werk. Kauft euch vorher im Bastelladen eine Perlennadel. Diese ist ultradünn, man kann damit selbst die kleinen Indianerperlen auffädeln UND auch damit nähen. Allerdings ist es ein Krampf, den Faden durch das Nadelöhr zu bekommen...

Wer es besonders glitzernd mag, der kann auch Strass verwenden. Den gibt es zum Aufnähen oder auch zum Aufkleben. Praktisch ist so genannter "Hotfix"-Strass, allerdings müsst ihr dafür in das entsprechende Werkzeug investieren. Dieses funktioniert in etwa wie ein Lötkolben. Der Strass-Stein wird aufgenommen, das Werkzeug wird heiß und der Strasskleber schmilzt. Dann wird der Stein schnell auf den Stoff gedrückt. Geht prima und man hat nicht die hässlichen Kleberänder.

Für geübte Näherinnen

Die Profis unter euch wissen sicher, wie sie loslegen müssen. Für die etwas unsicheren Näherinnen ein Tipp: Es gibt ein tolles Video von Shaddai mit dem Titel "Wie nähe ich ein ein Bauchtanzkostüm". Nach diesem Video habe ich mein erstes "richtiges" Kostüm genäht. Eine super Anleitung!

1. Der Nixenrock

Foto: Nixenrock in Türkis mit weißen Einsätzen Zuerst näht man einen einfachen geraden Rock. Bei Stretch-Stoffen müsst ihr aufpassen, in welche Richtung der Stoff elastisch ist (ich hab mal ein Faschingskostüm für meine Tochter versaut, weil ich genau falsch rum zugeschnitten hatte). Also er sollte sich natürlich in die Breite dehnen.

Im Prinzip ist der Rock im Ausgangszustand ein einfaches Viereck, welches am Bund und Po schön eng anliegen sollte. Man kann natürlich auch einen gekauften Rock nehmen und diesen mit Einsätzen verfeinern.

Der Rock wird nun in regelmäßigen Abständen vom unteren Saum an eingeschnitten. In diese Einschnitte fügt man Dreiecke aus einem zweiten Stoff ein. Weil mir das nicht so ganz sauber gelungen ist, habe ich an die obere Spitze jeweils eine Blüte gesetzt, die verdeckt den etwas hässlichen Anfang.

Zum Schluss wird der untere Saum gleichmäßig halbrund zugeschnitten (erfahrungsgemäß wird der etwas unregelmäßig, auch wenn die Einsätze alle gleich groß sind. Dann wird mit Zickzack-Stich gesichert und anschließend gesäumt. Eine Paillettenborte drauf und vielleicht ein paar Applikationen - fertig!

2. Der BH

Foto: Kostüm-BH aus Pannesamt in Türkis und Weiß mit silber-blauen Perlfransen

Zuerst braucht man natürlich einen Rohling. Dafür kauft ihr euch einen gut sitzenden BH, und zwar möglichst eine Größe größer, als ihr es eigentlich braucht. Durch das Nähen und Besticken geht nämlich Elastizität verloren und das Ding "schrumpft".

Wer - wie ich - mit Cup A geschlagen ist, kauft natürlich gleich einen Push-Up, damit sieht es einfach nach mehr "Holz vor der Hütte" aus. Und mal ehrlich, das Auge isst mit (na ihr wisst schon, was ich meine...).

Ich hatte vom Nixenrock noch Reststoff übrig und habe einfach zwei Rechtecke zugeschnitten und gesäumt. Dann habe ich diese Stücke mit der Maschine verschönert - also die Applikationen mit der Nähmaschine aufgenäht. Damit spart man eine Menge Zeit.

Die beiden Stoffstreifen habe ich dann an den Enden des BHs festgenäht und den Stoff um die Seitenteile herumgelegt. An der Unterseite der Cups habe ich den Stoff ebenfalls fixiert. Dann habe ich in der BH-Mitte den Stoff gekreuzt - das weiße Stück von rechts ging über den Cup und endet im linken Träger. Über den Cups wird der Stoff in schöne Falten gelegt und erst dann auch am oberen Cup-Rand festgenäht.

Da ich ein Freund von Neckholdern bin, habe ich die "normalen" BH-Träger entfernt und die Dinger zu einem Neckholder umgeformt. Um die eigentlichen Träger habe ich dann den Stoff gelegt und möglichst unauffällig vernäht.

Jetzt könnt ihr euch mit Paillettenborte, Strass und Applikationen austoben. Oder Perlfransen annähen.

Eine andere Möglichkeit, den BH zu gestalten, zeige ich euch hier (Bild unten, BH-Rückseite). Die fleißige Näherin hat den BH selbst per Hand mit zahlreichen Pailletten bestickt. Das muss Stunden gedauert haben - mein Respekt! 

Foto: Innenseite eines Kostüm-BHs, man sieht die per Hand ausgeführten Stiche der Näherin

Von vorne sieht das Prachtstück übrigens so aus: 

Foto: goldener Kostüm-BH auf blauem Untergrund

info[at]die-mit-dem-bauch-tanzt.de